Mit ‘Kommunikation’ getaggte Artikel

Dies ist das Tagebuch zur Homepage HOMING . Theo´s Tagebuch und wie wir unser Tag in der Familie verbringen. “Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Die Folgen Koma, sog.Wachkoma und langsames Aufwachen. Lebensqualität zu Hause am Beispiel von Theo”

Ein Donnerstag

Donnerstag, 01. Oktober 2009

Mitternacht war es als ich im Bett kam. Ein bisschen lesen, es war dann nach 1 Uhr, wie ich das Licht ausmachte. Um 3h30 kurz aufgestanden, Badezimmer besucht und nach Theo geschaut. “Schlaf bitte, es ist noch zu früh”, aber ich glaube er blieb wach. Schließlich hatte er Qi-Gong gestern, wer weiß, was er da an Energie getankt hat.

Um 4h30 steht mein Mann auf und schaut nach Theo. Er duscht, zieht sich an, macht den Tee. Für mich auf mein Nachtkastl liebevoll hingestellt, so dass ich, ohne die Augen aufzumachen, hingreifen kann. Für Theo in einer Trinkflasche hinter seinem Kopfpolster, damit er warm bleibt.

Um 6h30 war meine Nacht auch aus. Theo war wach. Erst aber ein Kaffee. Dann bekam Theo seinen Tee mit sein Medikament. Während ich unter der Dusche war kam die Assistentin. Sie hat Theo angezogen, zusammen setzten wir ihn im Rollstuhl. Sein Frühstück -heute Nuss-Stritzel mit Haferflocken- bereitete ich vor, die Assistentin gab es ihm. Inzwischen habe ich die Küche aufgeräumt.

Um 9h kam die Ergotherapeutin. Rauf im Stock im Therapiezimmer. Die Assistentin ging weg nachdem sie die Wäsche aufgehängt hat und den Mist geleert hat. Ich habe die letzten 2 Schubladen in der Küche montiert. Um 10h kam die Physiotherapeutin. Das Mittagessen für Theo habe ich vorbereitet. Heute Lachs mit Reis, Zucchini, Karfiol. Zwischen den 2 Therapien Theo ein wenig Kampo-Tee gegeben. Der Therapeutinen berichtet, dass ich beobachtet habe, dass Theo manchmal ein “a” für ja sagt und ein “na” für nein. Ganz selten.

Nach den Turnen blieb Theo auf der Gymnastik-Matte am Boden. Ich war dann allein mit ihm. Wieder mal ein wenig Kampo-Tee verabreicht. Dann Theo ausgezogen, mit dem Lift in seinem Rollstuhl gehoben und ins Bad zum duschen. Dann ins Bett gebracht, abgetrocknet, angezogen, wieder Tee verabreicht. Es war schon 12 Uhr vorbei.

Es gab Mittagessen im Bett. Trinken , ein wenig Fernsehen und schon war es 13h. Mittagsschlafzeit.

Aber vorher muss ich essen. Lachs mit Gemüse schnell gebraten und genossen. Ein wenig fernsehen ein wenig lesen.

Nachmittag: Theo war wach, wie ich aufgestanden bin. Ich weiß nicht, ob er geschlafen hat. Schnell wieder Küche aufgeräumt, Theo Tee mit Medikament gegeben, Abendessen für Theo vorbereitet (Süßkartoffel mit Karotten), Wäsche in der Maschine. Mein Mann kam nach Hause. Theo angezogen und runter im Wohnzimmer gebracht. Ein wenig Terrassengang, es war zu windig, dann mit seiner Schwester geskypt. Abendessen püriert und Theo verabreicht. Zähne geputzt, Wasser zum trinken gegeben und rauf ins Bett.

Jetzt schläft er. Hoffentlich. Bis er murmelt, oder laut ruft, dann wird er trocken gelegt und weitergeschlafen. Zwischen 22h und 23h, wenn er wach ist oder ich ihn wach bekomme, bekommt er noch ein Kakao mit der letzten Gabe seines Medikament.

Inzwischen ist zappen angesagt, Internet, Computerspiele. Bügeln mag ich heute nicht obwohl 2 Körbe warten. Eine Idee zum basteln habe ich im Kopf aber so richtig mag ich nicht damit heute anfangen.

Nach dem Tagdienst, der Nachtdienst. Aber ich sehe das alles nicht als Belastung. Ich bin ewige Mutter ;-)

Die Geschichte von Jot

Donnerstag, 21. Mai 2009

Manchmal folge ich Links und lese darin. Ich bin erstaunt, wie respektlos manche Ärzte über ihre Patienten schreiben.  Heute kam ich beim Stöbern auf die Seite einer Pharmazeutin. Diese Worte entsetzten mich: “… wenn man geistig nur noch auf pflanzlicher Ebene dahinvegetiert…” 

Deswegen -und auch so- die Geschichte von Jot.

Als Junior nach dem Unfall in der Kinderklinik war , erzählte man mir von Jot.

Jot war ein Jugendlicher nach einem Unfall, war lange Zeit in diesem Krankenhaus. Man nahm an -nein, man war sich sicher- dass er bewusstlos war, dass er nichts von seiner Umgebung wahrnahm. Auch sein EEG zeigte Bewusstlosigkeit, so die technische Assistentin.

Eines Tages, gut ein Jahr nach seiner Verletzung, antwortete er auf dem Gruß einer Krankenschwester mit “Hallo”. Große Aufregung in der Klinik: Jot spricht! So kamen alle, um ihn zu sehen und sprechen zu hören. Jot kannte jede Schwester und jeden Arzt mit Namen, erzählte , was man ihm gesagt hatte in seiner “Bewusstlosigkeit” und wußte von privaten Gesprächen zwischen Schwestern in seinem Zimmer (er war ja bewusstlos, nicht wahr? man konnte doch vor ihm alles sagen).

Wenn jemand nicht spricht, wenn jemand einem nicht  in die Augen schaut, wenn er sich nicht bewegt, heißt es ja nicht, dass er nichts wahrnimmt oder nicht versteht. Bitte um Respekt und keine Ausdrücke wie “pflanzliche Ebene”!  Auch wenn man von “vegetativ” spricht, das hat in der Medizin mit Pflanze nichts zu tun!

Kleiner Schritt, großer Schritt

Freitag, 08. Mai 2009

Manche Sachen sind erstaunlich.

Theo ruft -es ist mehr ein Tarzan-Schrei- wenn er auf Toilette muss. Die Unterlage ist trocken und er wartet auf das Anbieten des Papagalo. 

Mini-Schritt zu Mini-Schritt bis ein großer Schritt da ist.

Wir werden die medizinischen Bücher neu schreiben ;-)

Ohne Worte

Dienstag, 24. Februar 2009

Warum weiß eine Mutter, wenn ihr Säugling schreit, dass es Schmerzen, Hunger oder Langeweile hat? Das Baby hat doch gar nicht gesprochen, nur von der Art des Schreies weiß die Mutter, was ihm fehlt. Oder: die Muttermilch rinnt bevor das Baby schreit. Wie funktioniert das? Dies, um ein wenig Kommunikation ohne Worte zu erklären

Theo kann zwar nicht schreien, aber er hat eine Mimik, die ich mit der Zeit zu deuten gelernt habe. Auch mit dem Körper spricht er: locker, steif, spastisch. Die Augen, der Glanz darin, zeigen auch eine Menge sowie die Atmung, ob ruhig, tief oder stoßweise, oberflächlich.

Aber er kann noch mehr: ein Anflug von einem Lächeln, oder ernst und traurig schauen. Die Augen schließen, um ja zu sagen; eindeutig, wenn es ihm sehr wichtig ist.  Töne, verschiedene Töne, leise. Ein zufriedenes Grunzen/Seufzen , wenn er zufrieden ist. Husten-husten-hüsteln, wenn er nicht essen will, es ihm nicht schmeckt, etwas stört, rufen will. Rufen kann er auch in der Nacht, wenn er wach ist, das ist ein sehr lautes Gähnen.

Wenn ihm etwas absolut nicht passt und seine Wehrmechanismen nicht verstanden werden, zieht er sich zurück: er schläft. Zum Beispiel mochte er einmal die Therapie einer Ergo gar nicht , kaum war sie da, hat er die Augen geschlossen und war weg. Nachdem er nur bei ihr regelmäßig eingeschlafen ist, sprach ich mit der Therapeutin, die sehr professionell reagierte. Sie befragte ihm geduldig, was ihm missfällt und änderte ihre Therapie, er antwortete mit blinzeln und die Sache war geregelt.

Ich rede mit ihm , erzähle was ich mache. Ich rede ständig mit ihm, mache keinen Handgriff ohne zu sagen, was ich mache. Ich habe mich daran gewöhnt und es fällt mir nicht mehr schwer kein Duett mit Worten zu führen.

Eine dicke Träne

Samstag, 21. Februar 2009

Theo kann weder lachen noch weinen. Auch nicht sprechen, klar. Manchmal , wenn ihm was weh tut, zum Beispiel wenn das Essen zu heiß ist, dann kullert eine Träne aus dem linken Auge. 

Heute hat aber das rechte Auge geweint. Dicke Tränen. Beim trinken hatte er sich verschluckt.

Ob da die andere Gehirnseite eine neue Verbindung hat? Grübel und Rätsel. Ich wußte nicht, ob ich mit ihm leiden soll oder mich freuen.

Empathie

Mittwoch, 04. Februar 2009

Weil es gerade passt:

Empathie oder Mitgefühl, auch Einfühlung, ist die Fähigkeit eines Menschen die Gefühle eines anderen Menschen zu verstehen ohne sie teilen zu müssen, oder ihrer eigene Gefühl in der Person zu projezieren.

Am Besten zu erklären mit dem Verständnis und Spüren einer Mutter und ihres Babys.

Eine Kommunikation ohne Worte.