Die Antwort meines Briefes( >hier< schreibe ich darüber) kam gestern.
Erst einmal, ich habe mich riesig gefreut. Das ist sowas schönes von einer “alten” Freundin zu hören!
Ihre Betroffene-Geschichte:
Ihre Tochter, 2. Kind, ist im Alter von 15 Monaten, beim Spielen mit ihrem Bruder gefallen und hat sich den Kopf an einem niedrigen Tisch angeschlagen. Sie hat schrill geschrieen und geweint und dabei den Atem angehalten. Das gibt es, das ist, was man Schreikrampf mit Atemstillstand nennt. Die Folge: Reanimation, Intensivstation, Koma…. Sie ist schwerstbehindert, ungefähr so wie Theo. Heute ist sie 37 Jahre alt. Damals, sind sie mit ihr nach Amerika und Italien gefahren, um die Methode “Doman Delacato” zu erlernen. Um diese Bewegungen mit dem Kind durchzuführen braucht man je nach Größe des Patienten 3-5 Personen. Mehrmals am Tag sollen diese rhythmische Übungen gemacht werden. C. organisierte Ehrenamtliche in der Nachbarschaft. Diese Therapie hat sie 7 Jahren lang gemacht. “Ich will nicht sagen, dass unsere Bemühungen umsonst waren, aber sie hat keine große Fortschritte gemacht” schreibt sie.
Ich habe vor Jahren darüber gelesen, viel gelesen, Bücher besorgt. Ähnliche Übungen haben wir sporadisch mit Theo gemacht.
C. schreibt nicht ausschließlich über ihre Tochter. Sie schreibt viel mehr über die ganze Familie, ihre Kinder, ihre Enkelkinder, ihre Arbeit , ihr Leben. Fröhlich und ohne Groll.
Das tut gut, das zu lesen. Keine Anklage, kein Jammern über das Schicksal, kein Selbstmitleid, keine Rede von Überlastung und kein Meckern über die Politik und das Gesundheitssystem. Es gibt sie nämlich die, die mit ihrem Leben trotz Schicksalsschlag zurecht kommen, die, die sich über die Pflege ihres Kindes nicht beschweren.