Mit ‘Therapie’ getaggte Artikel

Dies ist das Tagebuch zur Homepage HOMING . Theo´s Tagebuch und wie wir unser Tag in der Familie verbringen. “Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Die Folgen Koma, sog.Wachkoma und langsames Aufwachen. Lebensqualität zu Hause am Beispiel von Theo”

Zwölf Stunden Alltag

Dienstag, 02. Februar 2010

Um 0 Uhr 30 bin ich heute Nacht schlaffen gegangen. Um 2 Uhr 30 einmal aufgestanden und nach Theo geschaut. Um 6 Uhr noch mal, zwischendurch hatte der Vater nachgeschaut. Um 6h45 läutete der Wecker. Eigentlich läutet er nicht. Eine weibliche Stimme sagt: Guten Morgen, es ist sechs Uhr fünfundvierzig.

Aufstehen. Theo war schon wach. Licht bei ihm gemacht, Radio an. Runter zum Kaffee trinken und im Internet schauen. Wieder rauf. Den vom Vater vorbereiteten Tee mit Milch und das Medikament Theo verabreicht. Schnell duschen und anziehen. 7h30 ist die Assistentin da. Sie zieht Theo an, ich bereite sein Frühstück. Wir setzen zusammen Theo in seinem Rollstuhl, Assistentin fährt mit ihm runter ins Wohnzimmer. Sie verabreicht ihm das Frühstück. Inzwischen kann ich die Küche aufräumen, eine Wäsche in der Maschine schmeissen.

9 Uhr: die Physiotherapeutin kommt. Theo wird rauf gebracht und auf die Turn-Matte gelegt. Assistentin hängt Wäsche vom Vortag auf, leert den Mist und geht.

10 Uhr: die Physiotherapie ist fertig. Ich fahre mit Theo im Rollstuhl runter im Wohnzimmer , gebe ihm ein wenig Kampo-Tee und schliesse ihn an den Elektrotherapie. Sie dauert eine halbe Stunde. Inzwischen koche ich sein Essen für Mittag, Theo nicht aus den Augen lassend.

Nochmals Tee verabreichen, dann wird Theo an das Fahrrad angeschnallt. Er radelt, das heißt, die Maschine bewegt seine Füße. Dann nochmals Tee und rauf im Zimmer. Hinlegen aufs Bett und das Mieder ausgezogen, das schon zwickt.

Heute ist der Vater zu Hause geblieben. Er ist krank. Also liest er ihm jetzt vor, während ich dies hier schreibe. Ich püriere gleich das Essen und werde Theo im Bett “füttern”.

Danach mache ich Ei mit Speck für uns Eltern und dann ist für alle Siesta angesagt.

Der Brief

Donnerstag, 19. November 2009

Die Antwort meines Briefes(  >hier< schreibe ich darüber)  kam gestern.

Erst einmal, ich habe mich riesig gefreut. Das ist sowas schönes von einer “alten” Freundin zu hören!

Ihre Betroffene-Geschichte:

Ihre Tochter, 2. Kind, ist im Alter von 15 Monaten, beim Spielen mit ihrem Bruder gefallen und hat sich den Kopf an einem niedrigen Tisch angeschlagen. Sie hat schrill geschrieen und geweint und dabei den Atem angehalten. Das gibt es, das ist, was man Schreikrampf mit Atemstillstand nennt. Die Folge: Reanimation, Intensivstation, Koma…. Sie ist schwerstbehindert, ungefähr so wie Theo. Heute ist sie 37 Jahre alt. Damals, sind sie mit ihr nach Amerika und Italien gefahren, um die Methode “Doman Delacato” zu erlernen. Um diese Bewegungen mit dem Kind durchzuführen braucht man je nach Größe des Patienten 3-5 Personen. Mehrmals am Tag sollen diese rhythmische Übungen gemacht werden. C. organisierte Ehrenamtliche in der Nachbarschaft. Diese Therapie hat sie 7 Jahren lang gemacht. “Ich will nicht sagen, dass unsere Bemühungen umsonst waren, aber sie hat keine große Fortschritte gemacht” schreibt sie.

Ich habe vor Jahren darüber gelesen, viel gelesen, Bücher besorgt. Ähnliche Übungen haben wir sporadisch mit Theo gemacht.

C. schreibt nicht ausschließlich über ihre Tochter. Sie schreibt viel mehr über die ganze Familie, ihre Kinder, ihre Enkelkinder, ihre Arbeit , ihr Leben. Fröhlich und ohne Groll.

Das tut gut, das zu lesen. Keine Anklage, kein Jammern über das Schicksal, kein Selbstmitleid, keine Rede von Überlastung und kein Meckern über die Politik und das Gesundheitssystem.  Es gibt sie nämlich die, die mit ihrem Leben trotz Schicksalsschlag zurecht kommen, die, die sich über die Pflege ihres Kindes nicht beschweren.

Training ohne Therapeuten

Freitag, 06. November 2009

Der Freitag ist für die nächste Zeit therapiefrei. Dafür wird der Therapeut von Freitag Samstag kommen.

Der persönliche Assistent war da. Er hat das Anziehen von Theo übernommen, ist mit ihm nach unten im Wohnzimmer mit dem Plattform-Lift gefahren, hat ihm das Frühstück verabreicht, rasiert und ein wenig im Haushalt geholfen. Jetzt ist er weg.

Ich habe die Elektroden angesetzt und Theos Elektrotherapie durchgeführt. Ich bin nicht so begeistert davon. Warum? Weil der ursprüngliche Gedanke war, die Spastik in den Händen entgegen zu wirken. Wenn man aufdreht zucken die Finger ganz schnell, wenn man auf ganz leicht stellt , sieht man kaum etwas. Im Gehirn wird es schon was wirken, aber auf die Hände, dass sie aufgehen, das bezweifele ich.

Jetzt ist Theo an seinem Rad angeschnallt und seine Beine werden bewegt. Das macht die Maschine. Danach ist baden angesagt. Mit Haare waschen!

Der Vater ist zu Hause und kocht. Am Abend kommt der Arzt wie alle 4 Wochen, zur Besprechung, akupunktieren und gemütlich den restlichen Abend zu verbringen.

Theo unter Strom

Dienstag, 03. November 2009

Gestern waren wir in einer bekannten physikalischen Ambulanz, wo wir einen Termin hatten. Wir wollten über die Möglichkeit einer Elektrostimulation für Theo anfragen.

Sehr nette 2 Doktorinen haben sich um uns bemüht, 2 Stunden lang.

Ein Tens-Gerät habe ich gleich in der Nähe des Krankenhauses besorgt und die 2 Doktoras haben dann auf Theos Arme die Intensität und die Lage festgelegt. Wir werden uns jetzt auf seine Hände konzentrieren, damit sie aufgehen, das Handgelenk nicht in der Pfötchen-Stellung versteift. Die Elektroden werden auf dem Unterarm oben angelegt und 2 mal am Tag 30 Minuten lang soll Theo unter Strom stehen. Da seine Arme sehr dünn sind, muss die Intensität genau beobachtet werden, da bei höherer Zahl der untere Muskel auch gespannt wird. Das wollen wir ja nicht, sonst geht das Handgelenk noch mehr nach innen.

Die Elektrostimulation bewirkt auch etwas im Gehirn, was genau und wie, weiß man nicht sagte die Oberärztin. Ein Anreiz ist es auf jeden Fall. Sie haben dort die Erfahrung gemacht, dass von allen Signalen die kurzen rasch nach einander am meisten Resultate bringen. Auf meine Frage nach eventuellen Nebenwirkung mit epileptischen Anfällen wurde verneint. Sie haben eine Studie auf diese Frage geführt und ich soll keine Angst haben deswegen.

Ich glaube die zwei Medizinerinnen waren sehr betroffen von Theo (oder von uns?). Ich nehme an, sie kennen kaum Patienten in seinem Zustand. Normalerweise werden dort Querschnittverletzte behandelt oder Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma in besserer Verfassung. Wie ich aus dem Behandlungs-Zimmer war, um das Gerät zu besorgen, sagte die Oberärztin zu meiner Tochter und der Physiotherapeutin von Theo, die mit war, sie sollen auf mich aufpassen. Sie kenne so viele Mütter von behinderten Kinder , die irgendwann zusammen brechen. Warum bleiben nur negative Beispiele im Hirn haften? Es gibt auch die Anderen, die gut gegangenen, die Familien, die ihr Leben so nehmen, wie es ist und als normal ansehen. Ich kenne auch Mütter, die zusammenbrechen, weil ihr Kind kein Einser nach Hause bringt, Ehen, die auseinander gehen, weil …… ach für andere Probleme oder Nichtigkeiten. Deswegen pauschalisiere ich doch nicht.

Na ja, lass´ ma´ das.

Heute habe ich Theo erfolgreich 2 mal am Tag “verkabelt”. Er hat es gut vertragen.

Der lange Weg zurück

Montag, 26. Oktober 2009

Gestern habe ich ein Dokumentarfilm im Fernsehen gesehen, der mich sehr berührt hat: “Der seidenen Faden”  von Katarina Peters.

Es ist ihre Geschichte und die ihres Mannes, der im Alter von 33 Jahren einen Schlaganfall im Stammhirn hat. Sie ist Filmemacherin, er Cellist. Ähnlich wie viele von uns Angehörige Tagebuch führen, Katarina Peters hält im Film die Rehabilitation fest. Bis 5 Jahre nach der Hirnverletzung.

Absolut sehenswert!

Anmerkung: Die DVD gibt es zu kaufen.

Turnübung

Dienstag, 13. Oktober 2009

Wenn ich Theo anziehe, drehe ich ihn auf die linke Seite. Er kann auf sprachliche Befehle jetzt sehr gut reagieren, ziemlich schnell reagieren -ich bin fasziniert- und bemüht sich das zu machen , was ich sage. “Halte den Kopf in der Mitte” sonst ist das Gesicht in der Matratze gedrückt, “stop, nicht mehr wackeln” er hält die instabile Seitenposition, und “auf mein Kommando, auf den Rücken drehen” und wirklich , er macht ganz langsam , was ich sage “rechter Schulter nach hinten, Popo wackeln und nach hinten ….”

Wir haben das der Physiotherapeutin demonstriert, Theo danach stolz mit breiten Grinsen, und G. übt gerade mit ihm.

Stundenplan Therapie

Montag, 12. Oktober 2009

Ein wenig Änderung in dem Therapie-plan: anstatt Montag Vormittag kommt ab sofort der Masseur am Nachmittag (na schau ma mal, ob Theo wach bleibt) und anstatt Freitag, Samstag.

Also , so schaut es aus:

  • Montag: 9h-10h orientalische Musiktherapie, 16h-? Stehbrett und durchbewegen aller Gelenke
  • Dienstag: 9h-10h Physiotherapie (voita od. Elektrostimulation)
  • Mittwoch: 9h30-11h30 Stehbrett und durchbewegen aller Gelenke, 13h-13h50 stiller Qi-Gong
  • Donnerstag: 9h-10h Ergotherapie, 10h-11h Physiotherapie
  • Freitag: frei
  • Samstag: 10h30-12h30 Ganzkörpermassage mit durchbewegen der Arme, Beine, Finger…aller Gelenke in jeder Richtung

Qi-Gong und die Füße

Donnerstag, 27. August 2009

Der Qi-Gong-Meister ist zurück. Er war wie jedes Jahr in China zur Fortbildung.

Gestern kam er zu Theo nach 5 Wochen Pause. Ich sagte ihm, dass Theo oft sehr kalte Füße hat und wenn es so, ist er sehr müde und schläft ein. Was soll ich sagen? Seit der Behandlung hat Theo keine kalte Füße mehr und hält ganz gut über den Tag aus ohne Nickerchen dazwischen.

Es ist fast halb acht Abends und er schläft noch nicht. Immer wieder erstaunlich sowas.

Brav

Dienstag, 18. August 2009

Brav war ich heute. Theo auch.

Theo hatte sein Mieder 2,5 Stunden am Vormittag an und Nachmittag wieder so lange. Das macht 5 Stunden, was, seitdem er das Monstrum hat, noch nie eingehalten wurde. Das geht, weil heute keine Therapie war, er gut drauf war und ich auch ;-)

Geradelt hat er auch, 30 min.

Jetzt ist er im Bett und schläft schon. Und ich gehe in die Schwitzkabine.

Die Therapien gehen langsam an. Der Masseur ist wieder da und der Qi-Gong-Meister kommt nächste Woche wieder. Der Rest der Therapeuten (Ergo, Physio, Musik) erscheinen erst in der 2. Woche September.

Temperatur und Feuchtigkeit gefallen

Mittwoch, 08. Juli 2009

Sowie draußen, so innen.

Um gute 10 Grad ist es kühler und der Hygrometer im Wohnzimmer zeigt fast normale Werte. Alle Fenster sind offen, damit das Haus abkühlt. Die gespeicherte Hitze muss raus.

Ungefähr so wie das Haus geht es Theo. Nach ein paar Tagen Hitze , speichert er diese: er hat erhöhte Temperatur bis hohes Fieber. Dazu kam diesmal die leichte Verkühlung. Heute wurde er gebadet, und es geht ihn wieder gut. Die Feuchtigkeit, bei ihn in Husten sichtbar -TCM nicht wahr? ;-) – hat nachgelassen. Monsieur schaut seine Tiersendung im Fernseher an bis das Essen fertig ist. Es gibt Spätzle mit viel Gemüse und ein gekochtes Ei. Danach kommt der Qi-Gong-Meister. Die Behandlung wird helfen, die Verkühlung schneller los zu werden.